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Warum die €uro am Sonntag Deutschlands beste Heimwerker-Zeitung ist

1999 wurde vom Zeitungsdesigner Norbert Kueppen der European Newspaper Award gegründet. Dieser wird seither jährlich verliehen. Hierbei werden Aufbau und Gestaltung von Zeitungen gelobt, wofür diese sich allerdings extra bewerben müssen.

Da der European Newspaper Award von Zeitungsschaffenden für Zeitungsschaffende veranstaltet wird, besitzt er abnehmenden Wert, weil es Jahr für Jahr weniger Zeitungen mit weniger Auflagen gibt, sodass Zeitungsdesign Zeitungskaufenden anscheinend scheißegal ist; es kommt anscheinend weniger auf Gestaltung und mehr auf Inhalt an. Allerdings konkurriert der Zeitungsinhalt wiederum mit dem schnelleren und kostengünstigeren Internet, sodass auch mit Inhalt keine Auflage mehr zu erzielen ist. Womit also dann? Ganz einfach: mit praktischem Nutzen.

Seit ungefähr fünf Jahren habe ich die €uro am Sonntag abonniert. Grund für mein Abonnement ist der praktische Nutzen, den das Wochenblatt mir bietet.

Die €uro am Sonntag besteht aus wunderbarem Papier, mit dem man beim streichen wunderbar den Boden auslegen kann. Das Papier ist saug- und reißfest, sodass keine Farbe in den Boden geht, selbst wenn man nur eine Schicht Papier als Unterlage verlegt. Ich persönlich bin hierbei so von der Qualität der €uro am Sonntag überzeugt, dass ich beim streichen meines Schlafzimmers die meisten Möbel drin gelassen habe und deren Flächen ebenfalls mit damit abgedeckt habe. Eine fächerartig uberdeckende Reihe Doppelseiten hat vollkommen ausgereicht.

Das Wochenblatt wird durch zwei Heftklammern zusammengehalten. Diese lassen sich ganz ohne Hilfsmittel gefahrlos mit den Fingernägeln entfernen, ohne dass etwas gebrochen ist. Man muss mit dem Nagel nur hineinkommen und kann die Heftklammer wunderbar herausdrehen; bei knapp zweihundert Ausgaben ist nicht einmal der Nagel oder die Heftklammer gebrochen – diese ist von super Qualität. Dasselbe gilt für die mittlere Seite. Für Renovierungsspezialisten wie mich hat die €uro am Sonntag einen Deal mit der Firma Werthstein Biotech-Investment gemacht. Deren Werbedoppelseite stellt seit längerer Zeit die Heftmitte dar, und da deren Werbedesign aufgrund des verwendeten schwarzen Untergrunds schon von Natur aus ins Auge sticht, hat man auf der Suche nach den Heftklammern immer einen zweiten Referenzpunkt, falls der Knick in der Mitte verfehlt wird. Mir zumindest passiert so was öfters, sodass ich von der zusätzlichen Orientierungshilfe durch Werthstein-Werbung begeistert bin.

Zu guter letzt besitzt die €uro am Sonntag für Renovierungsarbeiten noch drei weitere Vorteile: erstens färbt der Zeitungsdruck weder auf Finger noch auf Unterlagen ab, zweitens erscheint die €uro am Sonntag immer am Samstag, weil der hinter dem Wochenblatt stehende bayerische Finanzverlag weiß, dass man als guter Christ nicht sonntags renovieren kann. Drittens nützt die Nachrichtenunterlage jedem frustrierten Heimwerker als Motivations-und Prokastrinationsgrundlage, wenn man müde vom streichen ist; hat man gerade keine Lust aufs weitermachen, wird sich einfach auf den Boden gesetzt, das Bier geöffnet und die Wirtschaftszeitung angestarrt, sodass man der Frau erklären kann, dass selbst ausgedehnteste Pausen keine Zeitverschwendung sind; der typische Vorwurf “du hast anstatt zu streichen in der letzten halben Stunde nur dumm herumgesessen und nichts zustandegebracht kann auf jeder Ebene widerlegt werden, da man sich erstens zum lesen der Seiten bewegt und zweitens etwas über Haushalten und Finanzen lernt, was der Partnerin nur recht sein kann.

Aus all diesen Gründen kann ich jedem Künstler, Maler und Renovierer mit bestem Gewissen den Kauf der €uro am Sonntag empfehlen. Denn das Blatt überzeugt ganz pragmatisch.

Und deshalb könnte auch die Heimwerkerindustrie eine mögliche Werbezielgruppe für die Zeitung sein, sofern Chefredakteur Peter Gewalt durchsetzt, dass die Materialqualität des Wochenblatts beibehalten wird.